Fragen und Antworten zu Beratungen bei gewerbl. Unternehmen

1. Welche Unternehmen können gefördert werden?

Vorrangig können kleine und mittlere Unternehmen aus dem produzierenden Gewerbe, dem Handel, dem Handwerk, dem Gast- und Fremdenverkehrsgewerbe, dem Dienstleistungsgewerbe oder dem Verkehrsgewerbe, die Beratungsleistungen in Anspruch nehmen, gefördert werden.

Das antragstellende Unternehmen muss mindestens zwei Jahre am Markt bestehen. Es muss über mehr als vier sozialversicherungspflichtige Vollzeitbeschäftigte (Vollzeitäquivalente ohne Auszubildende) verfügen. Der Firmensitz oder die Betriebsstätte muss in Mecklenburg-Vorpommern liegen.

2. Welche Vorhaben können gefördert werden?

Unternehmensberatungsleistungen zu komplexen Sachverhalten können gefördert werden. Diese müssen die Entwicklung oder Stabilisierung des Unternehmens betreffen. Vorhaben zu folgenden Schwerpunkten können gefördert werden:

  • Beratungen zur Finanzierung und Liquiditätssicherung,
  • Beratungen zur Optimierung von Produktionsabläufen einschließlich der Steigerung der Ressourceneffizienz (dies betrifft nur Unternehmen des produzierenden Gewerbes und betrifft den Einsatz natürlicher Ressourcen, keine Beratungen zu Personalressourcen),
  • Beratungen zur Optimierung von Energieeffizienz (wenn eine Finanzierung über die „Richtlinie über die Förderung von Energieberatungen im Mittelstand“ des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie ausgeschöpft oder nicht möglich ist),
  • Beratungen zum Umweltmanagement,
  • Beratungen bei der Planung und Umsetzung von Investitionen bei Wachstumsschüben,
  • Beratungen zur Vorbereitung der Einführung von Produkten, Technologien und Dienstleistungen auf überregionalen, insbesondere ausländischen Märkten,
  • Beratungen zur Vorbereitung einer Unternehmensnachfolge.

Ein Antrag kann immer nur für ein Vorhaben gestellt werden. Dieses Vorhaben muss einem der oben aufgeführten Schwerpunkte zugeordnet werden können.

Für den Fall, dass Ihr Vorhaben mehr als einen der o. a. Schwerpunkte betrifft (eine Beratung zur Planung und Umsetzung von Investitionen kann beispielsweise mit
einer Beratung zur Finanzierung verbunden sein), kann dies bei der Beschreibung des Vorhabens in der Anlage 1 zum Antragsformular Berücksichtigung finden.

Die Beantragung von zwei Vorhaben in einem Antrag ist nicht möglich. In Zweifelsfällen wenden Sie sich bitte vorab an die GSA.

Wenn Sie mehr als ein Beratungsvorhaben beantragen wollen, ist dies mit Hilfe eines weiteren Antrags möglich.

3. Wie muss der Beratungsgegenstand beschaffen sein?

Der Beratungsgegenstand muss so komplex sein, dass er mehr als fünf Beratungstage in Anspruch nimmt. Bei einem geringeren Beratungsumfang steht die Förderung durch das Bundeswirtschaftsministerium nach der Rahmenrichtlinie zur Förderung unternehmerischen Know-hows aufgrund deren Begrenzung auf fünf Beratungstage zur Verfügung.

4. In welcher Höhe kann gefördert werden?

Die Förderung erfolgt als Projektförderung durch Anteilfinanzierung in Form eines nicht rückzahlbaren Zuschusses in Höhe von bis zu 50 % der zuwendungsfähigen Ausgaben der beantragten Beratungsleistung. Es besteht kein Rechtsanspruch auf die Gewährung einer Zuwendung.

Es können bis zu 15 Tagewerke gefördert werden. Bei der Förderung von Beratungsleistungen wird ein Tagessatz von max. 900 € (netto) berücksichtigt. Reisekosten sind grundsätzlich nicht förderfähig.

5. Können Rechts-, Versicherungs- und Steuerberatungen gefördert werden?

Beratungen zu Rechts- Versicherungs- bzw. Steuerfragen sind nicht förderfähig. Hierzu gehören:

  • die Aufstellung und Prüfung von Jahresabschlüssen,

  • Rechnungslegungs- und Buchführungsarbeiten,

  • gutachterliche Stellungnahmen.

6. Können Beratungen gefördert werden, die der Beantragung oder Abrechnung von Zuwendungen dienen?

Beratungen, die der Beantragung oder Abrechnung von Zuwendungen dienen, sind nicht förderfähig.

7. Gibt es weitere Beratungsgegenstände, die nicht förderfähig sind?

Zu den nicht förderfähigen Beratungsgegenständen gehören:

  • die Ausarbeitung von Verträgen, einschließlich Kooperationsvereinbarungen,
  • Beratungen zum betrieblichen Datenschutz,
  • Beratungen zu Rechten und Pflichten von Arbeitgebern und Arbeitnehmern im Bereich Arbeitsschutz und Arbeitssicherheit.

Nicht förderfähig sind zudem Dienstleistungen, wie z. B. Weiterbildungsmaß-nahmen, Coaching, Supervision, Training, Durchführung von Zertifizierungen sowie Leistungen, die der Erstellung von Produkten dienen. Hierzu zählen u. a.:

  • Gestaltung und Modifikation von Internetauftritten sowie die Gestaltung und Erstellung von Werbematerialien,
  • Erstellung eines Exposé z. B. bei geplanten Firmenveräußerungen,
  • Erarbeitung von EDV-Software,
  • Erstellung von QM-Handbüchern.

8. Welche Branchen und Unternehmen können nicht gefördert

  • Kfz-Handel, Tankstellen
  • Kreditinstitute, Versicherungsgewerbe,
  • Rechts- und Patentanwaltschaften, Notariate sowie sonstige rechtsberatende Berufe,
  • Wirtschafts- und Buchführungen, Steuerberatungen, Unternehmensberatungen sowie sonstige steuer- und wirtschaftsberatende Berufe, Vermögensberatungen und -verwaltungen,
  • Krankenhäuser, Kliniken, Sanatorien und ähnliche medizinische oder soziale Einrichtungen (einschließlich Unternehmen der Pflegebranche),
  • Maklerbüros sowie sonstige Vertriebsbeauftragte und Vertretertätigkeiten,
  • Detekteien, gewerbsmäßige Vermittlungen von Arbeitskräften,
  • nicht wirtschaftliche Vereine,
  • Unternehmen der Wohlfahrtsverbände,
  • Freiberuflerinnen oder Freiberufler.

9. Kann ein Unternehmen gefördert werden, deren Unternehmenstätigkeiten mehrere Geschäftsbereiche umfassen, von denen mindestens ein Geschäftsbereich dem Förderausschluss gemäß Punkt 8 unterliegt?

Förderfähig sind Unternehmen, deren überwiegender Geschäftsgegenstand zu den förderfähigen Branchen zählt. Für den Fall, dass Sie sich nicht sicher sind, wenden Sie sich bitte vorab an die GSA.  

10. Gibt es unabhängig von der Branche oder dem Beratungsgegenstand Gründe, weshalb eine Beratung nicht gefördert werden kann?

Nicht förderfähig sind Beratungen:

  • die mit anderen öffentlichen Zuwendungen finanziert werden,
  • im Vorgründungsbereich und in den ersten beiden Jahren nach Gründung,
  • wenn die Leistungen einem Geschäftsbesorgungsvertrag nach § 675 BGB entsprechen,
  • die einen Personalabbau zum Ziel haben.

11. Welche Bedingungen müssen Beratungsunternehmen und Berater erfüllen?

  • Die Beratungsleistungen müssen durch selbständige Berater/Beratungsunter-nehmen mit erforderlicher Qualifikation und ausreichenden beruflichen Erfahrungen durchgeführt werden.
  • Nicht zulässig sind Beratungsunternehmen, bei denen es sich um eine juristische Person des öffentlichen Rechts, eine Religionsgemeinschaft, ein gemeinnütziges Unternehmen, einen gemeinnützigen Verein, eine Stiftung oder eine studentische Unternehmensberatung handelt. Zudem darf das Beratungsunternehmen für das betreffende Beratungsprojekt keine weiteren Zuwendungen aus öffentlichen Mitteln erhalten.
  • Das Beratungsunternehmen darf nicht in substanziellem Umfang Personalvermittlung, Versicherungsvermittlung, Immobilienvermittlung oder Arbeitnehmerüberlassung organisieren und muss mit seinem überwiegenden Geschäftszweck auf entgeltliche Unternehmensberatung ausgerichtet sein.
  • Die im Vorhaben eingesetzten Beraterinnen und Berater müssen im Antrags-verfahren jeweils drei Referenzen über die Durchführung komplexer Unternehmensberatungen aus den vergangenen 24 Monaten zu einem vergleichbaren Beratungsinhalt nachweisen.
  • Beratungen zur Unternehmensnachfolge dürfen nur von Beraterinnen und Beratern erbracht werden, die innerhalb der zurückliegenden 36 Monate nachweislich an Weiterbildungen zum Thema Unternehmensnachfolge teilgenommen haben.
  • Die Förderung der Leistung von Beratungsunternehmen, die mit dem Antrag stellenden Unternehmen gemäß Artikel 2 Absatz 2 der Verordnung (EU) Nr. 1407/2013 ein einziges Unternehmen bilden, ist ausgeschlossen.
  • Eine Förderung der Leistung von Beraterinnen und Beratern sowie Beratungsunternehmen, die gegenüber dem Antrag stellenden Unternehmen zu den nahestehenden Personen im Sinne des § 138 Insolvenzordnung gehören, ist ausgeschlossen.

12. Werden Steuerberatungsgesellschaften und deren Steuerberater/-innen als Beratungsunternehmen/Berater anerkannt?

Die Geschäftstätigkeit von Steuerberatungsgesellschaften und Steuerberatern schließt nach § 57 Abs. 3 StBerG regelmäßig eine unternehmensberatende Tätigkeit ein und wird unabhängig von der steuerberatenden Tätigkeit aktiv als Geschäftstätigkeit wahrgenommen und durchgeführt. Steuerberatungsgesellschaften und deren Steuerberater/-innen können als Beratungsunternehmen und Berater anerkannt werden, wenn diese die unter Punkt 10 genannten Bedingungen erfüllen.

13. Was sind De-minimis-Beihilfen?

De-minimis-Beihilfen sind gemäß EU-Recht (De-minimis-Verordnung) gewährte öffentliche Zuwendungen an Unternehmen. De-minimis-Beihilfen dürfen bei Unternehmen innerhalb der letzten drei Steuerjahre den Betrag von insgesamt 200.000 EUR (bei Unternehmen im Straßentransportsektor 100.000 EUR) nicht übersteigen.

14. Wo und wie muss der Antrag gestellt werden?

Der formgebundene, vollständig ausgefüllte Antrag ist vor Beginn des Vorhabens, d. h. vor einem Vertragsabschluss eines Beratungsauftrages bei der

   GSA - Gesellschaft für Struktur- und Arbeitsmarktentwicklung mbH
   Postfach 11 11 17
   19011 Schwerin

einzureichen. Dem Antrag ist ein detailliertes und verbindliches Angebot eines Beratungsunternehmens beizufügen. Zudem sind Angaben zum geplanten Bera-tungsunternehmen sowie zu den einzusetzenden Beraterinnen und Beratern zu machen, aus denen deren Eignung für das beantragte Vorhaben hervorgeht. Im Fall einer Bewilligung ist die Beratung durch das mitbeantragte Beratungsunter-nehmen durchzuführen. Soll ein Beratungsunternehmen, eine Beraterin oder ein Berater nach der Antragstellung oder nach Erhalt des Zuwendungsbescheids ge-wechselt werden, muss dies der GSA angezeigt werden und bedarf der Zustim-mung der Bewilligungsbehörde.

Die Antragsunterlagen und weitere Informationen befinden sich auf der Homepage der GSA unter: http://www.gsa-schwerin.de/

15. Kann das Unternehmen mit dem Vorhaben beginnen , bevor das Unternehmen die Bewilligung (den Zuwendungsbescheid) erhalten hat?

Achtung: Mit der Maßnahme darf erst nach der Bewilligung des Antrages begonnen werden. Als Vorhabenbeginn ist grundsätzlich der Abschluss eines der Ausführung zuzurechnenden Lieferungs- und Leistungsvertrages zu wer-ten. Folglich dürfen, bezogen auf das beantragte Vorhaben, bis zur Bewilligung (Erhalt Zuwendungsbescheid) noch keine vertraglichen Beziehungen zum Beratungsunternehmen eingegangen werden.

Sollte es in dringenden Einzelfällen nötig sein, mit dem Vorhaben zu beginnen, bevor ein Zuwendungsbescheid vorliegt, kann der Antragsteller bei der GSA zusätzlich zum Antrag auf Beratungsförderung einen formlosen Antrag auf einen vorzeitigen Maßnahmenbeginn stellen. Für eine Genehmigung des vorzeitigen Maßnahmenbeginns ist ein beurteilungsreifer Hauptantrag sowie eine hinreichende Begründung für den vorfristigen Beratungsbeginn erforderlich. Die GSA kann den vorzeitigen Maßnahmenbeginn im Einzelfall genehmigen. Eine Zuwendung ist damit aber nur unverbindlich in Aussicht gestellt. Nach Zugang der Genehmigung für den vorzeitigen Maßnahmenbeginn kann der Antragsteller auf eigenes Risiko mit der Beratung beginnen.

16. Wie wird der Zuschuss abgerechnet?

Die Beratung muss vollständig in dem im Zuwendungsbescheid beschriebenen Bewilligungszeitraum durchgeführt werden. Die Gesamtfinanzierung der Beratungsleistungen ist nachzuweisen. Die Auszahlung der Zuwendung erfolgt nach Abschluss der Beratungsleistung und Zahlung der Rechnungen.

17. Kann der Bewilligungszeitraum verlängert werden?

Ein Antrag auf Verlängerung des Bewilligungszeitraumes kann durch das Unternehmen (Zuwendungsempfänger) schriftlich und formlos vor Ablauf des Bewilligungszeitraumes gestellt werden.

Das Unternehmen (Zuwendungsempfänger) muss im Antrag angeben, weshalb eine Verlängerung des Bewilligungszeitraumes notwendig ist und weshalb sie verursacht wurde.

18. Bis wann müssen Mittelanforderung und Verwendungsnachweis eingereicht werden?

Spätestens sechs Monate nach Ende des Bewilligungszeitraumes müssen die Mittelanforderung und der Verwendungsnachweis zur Auszahlung bei der Bewilligungsbehörde eingegangen sein. Mittelanforderung und Verwendungsnachweis erfolgen formgebunden (Formulare auf der Homepage der GSA).

19. Welche Unterlagen sind zur Abrechnung einzureichen?

Einzureichen sind neben dem unterzeichneten Mittelanforderungs- und Verwendungsnachweisformular auch die Originalrechnungen des Beratungsunternehmens/Beraters inklusive Nachweise über die vollständige Bezahlung der Rechnungen durch den Zuwendungsempfänger sowie ein Abschlussbericht über das Beratungsvorhaben einschließlich Handlungsplan zur Umsetzung betriebsbezogener Maßnahmen. Der Abschlussbericht muss einen Hinweis auf die ESF-Förderung für dieses Vorhaben enthalten.

Als Abschlussbericht kann der vom Beratungsunternehmen/Berater unterzeichnete Beratungsbericht eingereicht werden.

Zum Nachweis der durchgeführten Beratung ist ein Beratungsnachweis zu erstellen (Teil des Verwendungsnachweisformulars), der taggenaue Angaben zu den durchgeführten Beratungstagewerken enthält. Der Beratungsnachweis ist durch das Beratungsunternehmen/den Berater zu bestätigen.

Alle eingereichten Originalbelege werden umgehend nach Posteingang an den Zuwendungsempfänger zurückgesendet.

20. Darf ein Beratungsunternehmen im Auftrag des Antragstellers mit der GSA Kontakt aufnehmen?

Dem im Antrag benannten Beratungsunternehmen kann bereits im Antragsformular eine Vollmacht zur Auskunftsberechtigung gegenüber der Bewilligungsbehörde erteilt werden. Bevollmächtigte Beraterinnen und Berater können zum konkreten Antragsverfahren Informationen bei der GSA erhalten und ggf. erforderliche Nachforderungen durch die Prüferinnen und Prüfer der GSA erfüllen. Die Bewilligungsbehörde behält sich jederzeit vor, Angaben vom Antragsteller direkt einzuholen oder sich von diesem schriftlich bestätigen zu lassen. Unterlagen, die ausdrücklich vom Antragsteller unterzeichnet werden müssen, insbesondere Formulare, Änderungsmitteilungen, Mittelanforderungen u. Ä., können nicht durch einen Bevollmächtigten eingereicht werden. Der Zuwendungsempfänger bleibt auch nach Erteilung einer Vollmacht alleinverantwortlich für die ordnungsgemäße Durchführung des Vorhabens und die Verwendung der Förderung.

21. Ansprechpartner

 

Für die Antragstellung:

  •  Frau Evelyn Nadollek      0385 55775-562 

  •  Frau Aenne Köpnick       0385 55775-568

  •  Frau Melanie Gercke      0385 55775-45

  •  Frau Sabine Koebe         0385 55775-510

 

Für die Abrechnung:

  •  Frau Franziska Peiser     0385 55775-570

  •  Frau Wencke Rogge       0385 55775-571

  •  Frau Haike Voß               0385 55775-572

  •  Frau Dana Reimer          0385 55775-573

 

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